Häusliche Krankenpflege P. Noffke

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 Schlafstörungen und Demenz


Ältere Menschen mit Demenz haben oft massive Schlafstörungen, besonders wenn eine Alzheimersche Erkrankung vorliegt. Die krankhaften Veränderungen greifen auch die „innere Uhr“ an. Dadurch kann dieser natürliche Rhythmusgeber nicht mehr richtig funktionieren. Die Kranken werden mit einsetzender Dämmerung oft unruhig.
Viele von ihnen schlafen sehr flach, wachen nachts auf und irren dann verwirrt, erregt und orientierungslos umher. Bei manchen Kranken ist der Tag-Nacht-Rhythmus vollständig umgekehrt. Die Belastung für Pflegende ist enorm, in vielen Fällen auf Dauer zu hoch. Schlafstörungen sind laut der Deutschen Alzheimergesellschaft ein häufiger Beweggrund, weshalb pflegende Angehörige vor ihrer Aufgabe kapitulieren und ihre Pflegebefohlenen in ein Heim geben.
Mit einer zuverlässigen und professionellen Unterstützung durch Pflegedienste, den Hausarzt, Selbsthilfegruppen, und unter Beachtung einiger grundlegender Techniken gelingt auch die Pflege von Demenzkranken zu Hause.

Tipps für Angehörige von Demenzkranken
Die Schlafstörungen bei Demenzkranken lassen sich nicht alleine mit Medikamenten behandeln. Medikamentöse schlafverbessernde Messnahmen müssen verbunden werden mit einer Therapie der Demenz (zum Beispiel mit Antidementiva), mit einer Behandlung körperlicher oder psychischer Begleitkrankheiten und mit nichtmedikamentösen Verfahren. Folgende Therapieansätze haben sich bewährt:
• Aktivierung der Patienten am Tage und Verminderung des Schlafs tagsüber. Höchstens eine Halbe Stunde Mittagsschlaf ist erlaubt. Der Schlafdruck am Abend nimmt so zu und der Nachtschlaf wird verbessert.
• Organische und psychische Begleiterkrankungen sollten konsequent behandelt werden, um Störungen des Schlafes so weit wie möglich zu vermeiden.
• Schlafstörungen demenzkranken Patienten hilft oft eine Licht-Therapie. Damit erhalten sie tagsüber eine Bestrahlung mit hellem, weißem Licht. Diese Lichttherapie wirkt als Zeitgeber auf die innere Uhr und normalisiert die Schlaf-Wach-Funktion. Eine vergleichbar gute Wirkung haben regelmäßige Spaziergänge an der Sonne, bevorzugt nachmittags oder am frühen Abend. Sie vermindern frühabendliche Verwirrtheitszustände und ein zu frühes zu Bett gehen.
(Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Prof. Dr. Göran Hajak, Prof. Dr. Jüngen Zulley, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg)


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